On the Road: Von der Freiheit auf dem Rennrad
Rick Zabel
- Gelesen von
- 17.02.2026
- Gelesen bis
- 11.03.2026
- Erfasst
- 11.03.2026 11:33
Rick Zabel, der Sohn von Erik Zabel, schreibt mit Anfang 30 seine "Memorien". Über seine Weg in die Radkarriere, seine Bilanz und seinen Weg wieder raus. Was dabei gefällt ist die lockere Schreibe, die Zabel hier an den Tag legt – ebenso wie der realistische Blick auf sich selbst. Er beschreibt sich als einen Typen, dem viel zugefallen ist, der sich aber auch realistisch einschätzen kann und seine Leistung "ganz okay" findet. Erstaunlich selbstreflektiert, nie gibt er irgendwo jemand anderem die Schuld für ein Ergebnis, einen eingeschlagenen Weg. Und gleichzeitig weiß er, das sein Name durchaus geholfen hat. Das hat mir sehr viel Freude bereitet zu lesen, weil Zabel nicht nur auf seinem Instagram-Account, sondern auch im Buch ein unheimlich sympathischer Kerl zu sein scheint.
Insbesondere im letzten Drittel werden manche Sätze dann etwas repetativ und das letzte Kapitel ist eine Beschreibung seines neuen Jobs als "Creator" (Influencer), der ein bisschen sehr "werblich" wirkt – aber das Kapitel ist auf der anderen Seite recht zügig vorbei.
Für alle, die ein bisschen Interesse am Radsport haben und einen kleinen Blick hinter die Kulissen einer Karriere werfen wollen, ist "On the Road" ein tolles Buch. Hier werden keine massiven Details gedroppt oder schmutzige Wäsche gewaschen, aber Zabel beschreibt seinen Weg und seinen Alltag als Radprofi.
Das Buch liest sich zügig weg und ist nicht so "über-ambitioniert" wie Jan Ullrichs Biografie, die zu einem Motivationsbüchlein aufgebauscht wurde. Zabel redet frei Schnauze – ich kann mir vorstellen, dass das auch als Hörbuch recht gut wegfließt. Ich hatte Spaß damit.