Staffel 1, Episode 5 - Series Acclimation Mil
Die Episode: Die photonische Lebensform begibt sich auf die Mission, den Verbleib von Benjamin Sisko zu erkunden.
Meine Gedanken: Ich habe bisher meine Probleme mit 'SAM' – die diesmal im Fokus steht. Mir ist ihre Art ein bisschen "zu drüber". Diese Episode gibt dem Charakter erstmals ein bisschen Raum und erklärt sie; und ich wurde tatsächlich wärmer.
Die Episode nähert sich 800 Jahre nach seinem Verschwinden Benjamin Sisko und setzt ihm ein Denkmal. Nicht nur Sisko, sondern Avery Brooks.
Die Episode wurde angekündigt, das "Rätsel um Benjamin Sisko zu lösen". Hat es nicht. Denn es gab für uns Zuschauer nie eines. Und auch die Episode endet damit, dass eben nicht geklärt wurde, ob der (körperliche) Ben Sisko jetzt tot oder nur verschollen ist.
ABER: Ob die ganze Lore für jemanden funktioniert, der DS9 weder kennt, noch so liebt wie ich? Keine Ahnung. Werden da ggf. "billig" manche Dinge getriggert? Auch keine Ahnung. Aber wenn ich als erwachsener Mann nach 30 Jahren mit Tränchen in den Augen vorm Fernseher sitze, wenn SAM die zentrale Erkenntnis erklärt, dann kann ich nicht anders als die Episode gut zu finden.
Das hier wäre eine 5-Sterne-Episode für mich. Aber Abzug gibt es vor allem, weil sich ausgerechnet Tawny Newsome – die nicht nur eine Hauptrolle in Lower Decks hat, sondern auch diese Episode geschrieben hat – als "cardassianische Trill Dax" in die Episode schmuggeln muss – ich kann nicht anders, als eine pure Ego-Nummer darin zu sehen. Dass Dax ausgerechnet hier cardassianisch ist, ausgerechnet hier auftaucht, ausgerechnet hier über Sisko spricht: das ist sowas von konstruiert und billig, dass ich das einfach nicht durchgehen lassen kann. Mit dem Hang neueren Treks dazu, die Rassen zu mischen, habe ich grundsätzlich ein bisschen mein Problem – ich verstehe die Aussage (zusammenkommen und multikultureller Austausch), aber ich empfinde auf der anderen Seite eben auch, dass die Rassen in Trek ein Erzähl-Vehikel sind. Die letzte Folge war eben auch deshalb gut, weil sich Jay'den über seine klingonische "Eindimensionalität" hinwegsetzt – das tut er nicht, weil er ein "Mischling" ist, sondern weil er sich als die Verkörperung weiterentwickelt.
In der B-Handlung nähern sich Kriegscollege und Academy an - sowohl über Personen innerhalb der Kadettengruppen, wie auch über ihre Kanzler. Das finde ich gut. Und trotz der schweren A-Handlung gelingt es dieser Episode (gegenüber der vorherigen), auch Humor einzuflechten. Das gefällt mir. Über Holly Hunters Darstellung kann ich sowieso nur schwärmen; ich liebe schlichtweg jede Szene mit ihr.
Insgesamt eine Episode Trek, die natürlich Nostalgie triggert, und bei der man fragen darf: Wenn ihr euch dauernd mit dem 800 Jahre entfernten uns bekannten Trek beschäftigt: Wieso dann überhaupt im Jahr 3200 spielen? Aber weil es diesmal eben um mein Lieblings-Trek, meine Heimat geht, verzeihe ich das. Dass die Episode dann noch mit einer Widmung für Avery Brooks endet (und im Englischen Orginal gar mit den letzten Sätzen aus dem Off gesprochen von Brooks!) und der Figur Jake Sisko einen wunderbaren Abschluss beschwer, macht mein kleines DS9-Herz einfach so glücklich, dass ich nicht anders kann – auch, wenn ich es ein bisschen durchschaue.
War das eine gute Episode? Ja. Bringt mir das SAM näher - und schafft es irgendwie, dass ich in SAMs teilweise überzogen Spiel plötzlich Parallelen zu den lebendigsten Sisko-Szenen sehe? Ja. Insofern: Ich sitze glücklich schluchzend auf'm Sofa. Was also will ich mehr?