Star Trek: Prodigy
S02E00
- Geschaut am
- 20.12.2025
- Erfasst
- 20.12.2025 19:19
Als Serie für Heranwachsende konzipiert, war 'Prodigy' kein langes Leben beschert – primär zermürbte die Serie wohl im Management. Aber vielleicht auch, weil sie zwei Probleme hat: Sie weiß nicht so recht, an wen sie sich richtet – Jugendliche? Erwachsene? Neueinsteiger oder Nerd? Die Serie ist dermaßen überladen mit Techno-Babbel und Anspielungen auf früher geschehenes und alte Trek-Charaktere, das dürfte Neueinsteigern zu viel werden. Und dann ist da die ganze Zeitreise-Geschichte, die sich durch die beiden Staffeln zieht: Ich bin ehrlich, ich hab' irgendwann zwischendrin den Pfad verloren; keine Ahnung. Selbst die Zusammenfassung in der vorletzten Episode habe ich nicht mehr verstanden – da liegen dermaßen viele Zeit-Reisen und Sprünge zwischen Alpha- und Delta-Quadranten übereinander, mein Kopf wollte irgendwann nicht mehr folgen.
Und dann stellt sich mir wirklich auch die Frage, wieso die Voyager-Crew da mit rumhampeln muss.
Es wäre prima auch irgend eine Crew dazu in der Lage gewesen. Wohl, weil man den Streaming-Erfolg von Star Trek Voyager im jüngeren Publikum sieht und dachte: Die noch jüngeren führen wir so zu Voyager … Es stört nicht, und ich freue mich vor allem über Janeway, aber es ist eben auch nur wieder so ein Tool, dass der Story nichts hinzufügt – nichts von dem, was die Voyager-Crew erlebt hat, ist für die Geschichte essentiell.
Sieht man vom letzten Punkt einmal ab und – wahrscheinlich – denkt nicht zu viel drüber nach, dann ist Prodigy eine tolle kleine Star Trek-Serie, die das Franchise um das Jahr 2380 herum positiv erweitert. Wir folgen einer jungen Besatzung, die Föderation ist ganz klar eine humanistisch geprägte Institution und unsere Helden strahlen weitestgehend. Das hebt sich positiv von Star Trek Discovery und vor allem auch Star Trek Picard ab.
Auf der anderen Seite leidet die Serie dann wieder unter dem, was "New Trek" eben so schwer ertragbar macht: Immer geht es direkt um das Schicksal der ganzen Galaxie. Darunter geht es in New Trek einfach nicht mehr. Wenn es unsere Helden nicht schaffen, wird die Föderation oder auch die ganze Galaxie einfach enden. Das war in allen Discovery-Staffeln so, bei in allen Picard-Staffeln, im unsäglichen Section 31-Film, … Es ermüdet. Wahrscheinlich mag ich deshalb auch Star Trek Lower Decks – dort werden ein bisschen kleinere Brötchen gebacken.
Wieso man dann am Ende auch noch den Anschluss an Star Trek Picard sucht – und mit dem Angriff auf den Mars enden muss, um die Crew dann in eine (nun ja nicht stattfindende) Staffel 3 zu schicken (überdies erneut mit neun Uniformen …), erschließt sich mir nun aber nicht.
Irgendwas aber, hat man ja immer zu kritisieren. Aber insgesamt ist das – gemeinsam mit Effekten, Raumschiffen und als Gesamtwerk – durchaus Star Trek, dass mir gefiel.