Star Trek - Starfleet Academy
S01E02 · Beta Test
- Geschaut am
- 17.01.2026
- Erfasst
- 17.01.2026 00:52
Handlung
Der Minister von Betazed kommt vorbei, es geht um Verhandlungen darüber, dass Betazed sich aus seiner Isolation bewegt und den anderen Parteien im Weltall die Durchreise erlaubt. Betazeds Minister ist eigentlich Isolationist, lässt sich aber am Ende erweichen. Unser "Held" Caleb Mir trifft die "Prinzessin" von Betazed (die Tochter des Ministers), es gibt Annäherung, Missverständnisse, eine finale Aussprache und gut. Typischer Teenie-Prinzessinen-Plot in Star Trek.
Kritik
Kann man machen. Aber die Episode zeigt auch recht deutlich: Muss man nicht. Das ist alles sehr hormonell, sehr flach, sehr klischeehaft. Die Message indes ist gut und 'trekkig': Isolationismus ist nicht förderlich und gemeinsam etwas zu machen ist besser. Kaufe ich, finde ich toll.
Mein größtes Problem der Episode: Zwischen den ernsthaften Dialogen und der Ernsthaftigkeit der Geschichte webt das Autorenteam immer wieder Sprache ein, die pubertär ist und mich rausreißt. Dazu kommen immer wieder pure Slapstick-Einlagen, bspw. als Caleb Mir und seine "Angebetete" Tarima Sadal sich auf dem diplomatischen Empfang Grimassen zuwerfen. Das ist ein Grad albern, den kauf ich nicht … Dass dann so Worte wie "Fischpenis" als Beleidigung umherschwirren, ein Mittelfinger gezeigt wird, man von "Arschtritt", "Schwachkopf" oder "Ich scheiß drauf." spricht, und so Sachen wie "Chill mal" oder "Ich bin too much." sagt, ist einfach billig …
Von vielen wird der Umgang von Lura Thok mit den Kadetten kritisiert. Sie ist ein Drill-Sargent und das würde nicht passen. Naja, ich sag mal so: Starfleet ist, auch wenn man das gern verdrängt, auch eine Militäreinrichtung. Ich finde es dann folgerichtig, dass es auch sowas gibt.
Ein kleines Problem habe ich mit der Muslima, die kurz gezeigt wird. Ja, mir ist klar, wieso man sie hier einbaut – sie passt trotzdem nicht ins Universum, in dem Religion für die Menschheit keine Rolle mehr spielt.
Das Intro der neuen Serie ist überhaupt nicht meins … Ja, erneut: Mir ist klar, wieso das so aussieht. Aber in neuem Trek ist "Subtilität" echt kein Mittel mehr - das muss alles Holzhammer sein. Erinnert mich an Picard; wir sind an der Starfleet Academy, im Vorspann gibt es dann einen Baum und Blüten – wo ist der Weltraum?
Ich hoffe wirklich, SAM dreht noch zwei Nummern zurück. Die kurzen, wenigen Auftritte nerven mich wirklich.
Ich liebe Holly Hunter. Dass sie barfuß rumläuft sorgt für Kritik. Ich nenne die toxisch: Was ist jetzt falsch daran? Ich finde es wunderbar, dass Hunter eine Führungsperson spielt, die anders ist. Man darf nicht vergessen: Sie ist nicht primär Captain, sondern Dekan. Ich find' sie super.
Dass die Verhandlungen zwischen Föderation und Betazed dermaßen öffentlich geführt werden ist ein bisschen absurd. Aber na gut. Dass selbst da auch immerwieder Slapstick-Einlagen erfolgen ist schlichtweg nicht mein Ding. Und das pathetisches Ende der Verhandlungen, indem alle aufstehen als Zustimmung, ist auch ein bisschen zu melodramatisch.
Frage: Wieso unterhalten sich Betazoiden über Gebärdensprache, statt über Gedankenübertragung, wie in all den Jahren davor?
Frage: Wieso kann man im "Replicafé" denn "gratis Kaffee" anbieten, der aus einer Espresso-Maschine in eine replizierte Tasse läuft, wenn ich mir an jedem Replimator gratis Kaffee holen kann?
Was mir auffällt: Diese Obsession in neuem Trek, überall das Sternenflotten-Delta draufzukleistern ist wild. Ich hab' mich langsam sattgesehen.
Auch in dieser Folge bekommt unser "Held" Caleb Mir erneut zwei Chancen um zu versagen, die konsequenzlos bleiben. Aber er ist eben ein Wunderkind. Da kann man schon drüber hinweg sehen, dass er andauernd gegen Regeln verstößt. Was will mir die Serie damit eigentlich sagen, außer: Sei ein Egoist, wird schon werden?
Robert Picardo als Doktor muss natürlich Oper singen. Oh Mann!
Das Ende ist dann Liebeskitsch mit Zuckerstreusel, aber na gut.
Fazit
Gegenüber Episode 1 fällt Episode 2 massiv ab, trotz einer guten Message. Hier kommt aber die Teenie-Serie mir persönlich zu sehr durch. Ich bin mir dabei bewusst, dass ich alter Mann nicht die Zielgruppe bin – deswegen finde ich auch das Gejammere der alten Trekkies und der alten Männer online so witzig: Selbstreflektion ist nicht die Stärke.
Ich liebe Holly Hunter und Gina Yashere. Die Sets sind überbordend schick, die Effekte gut. Ich kann nachvollziehen, weshalb man gewisse Entscheidungen getroffen hat, das Problem ist aber: Man verstößt mit einigen gegen die Regeln des Universums – und das reißt mich hier und da raus.
Was mich ebenso rausreißt: Sie Slapstick-Nummern. Will 'Starfleet Academy' eine Drama-Serie, ein Comic, ein verfilmtes Anime oder eine Comedy-Serie sein? Es geht nicht gleichzeitig alles.
Ich bin aber gespannt, wie es weitergeht. Dem Gedisse online, der Nörgelei und dem Hass will und kann ich mich nicht anschließen. Star Trek hat unheimlich viele Facetten, mir müssen nicht alle gefallen, aber ich kann damit leben. Academy ist nicht für mich alten Mann gemacht, ich finde aber Aspekte, die mir gefallen.