Formula 1: Drive to Survive
S08E02 · Strictly Business
- Geschaut am
- 27.02.2026
- Erfasst
- 27.02.2026 19:42
Flavio Briatore, 74 Jahre und ein Mann, der weiß, was Macht bedeutet – und wie er damit Angst erzeugt. Netflix erwähnt alte Erfolge des neuen Alpine-de facto-Teamchefs, ordnet seinen Führungsstil ein. Aber mit keinem Wort wird erwähnt, dass der Mann für einen der größten Skandale in der modernen Formel 1 verantwortlich und eigentlich aus dem Sport verbannt war. Nagut.
Ihm gegenüber in dieser Episode steht Jonathan Wheatley als Teamchef bei Sauber. Wheatly und Briatore verbindet, dass beide bei Benetton angefangen haben. Da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Briatore ist ein Raubtier, Wheatley eher ein sanfter Riese, der mit Einfühlsamkeit führt.
Das eignet sich auch gut, um beide zu vergleichen, wie sie mit ihren Rookies umgehen. Auf der einen Seite Wheatly, der mit für Gefühl Bortoletho führt. Auf der anderen Seite Briatore, der Jack Doohan nach sechs Rennen hochkant rausschmeisst und danach Colapinto ordentlich unter Druck setzt. Dabei macht Drive to Survive ein bisschen was öffentlich, was ich bisher gar nicht so auf dem Zettel hatte, wie krass die Drohungen ggü. Doohan auch von Fanseite waren.
Es wird recht klar, dass Britatore als der neue "Böse" aufgebaut werden soll, innerhalb der Riege der Teamchefs – insbesondere, nachdem der bisherige Bösewicht Christian Horner gehen musste.
"Jonathan ist einfach viel zu nett", sagt Briatore. "Man sollte Freundlichkeit nicht mit Schwäche verwechseln", erwidert Wheatly. Und damit ist eigentlich auch alles gesagt. Vor allem, nachdem Sauber mit Silverstone massiv in Führung vor Alpine geht und am Ende der Saison 70:22 Punkte in der Konstrukteursmeisterschaft vorn lag. Bam!
Das Beste an Drive to Survive ist einfach der winzige Blick hinter die Kulissen. Der Rest ist dramatische Erzählung eingebettet in echte Rennen.