Star Trek: Strange New Worlds
Serie

Star Trek: Strange New Worlds

S04E04 · Ein Fall von Chiaroscuro

Alle Episoden
Geschaut am
05.09.2026
Erfasst
05.09.2026 12:07

Puh.

"Landen Sie auf dem Planeten" ist eine ziemlich dumme Anweisung, um sich auf einem besetzten Planeten zu verstecken … Zum Glück sehen die Aliens exakt so aus wie Menschen und leben in einer 1920er Erd-Casblance-Film-Noir-Kopie. Wenn man das schluckt, naja. Dann kann man sich in das Abenteuer begeben.

Wobei ich mich permanent gefragt habe: Sehen nur die Menschen da schwarz-weiß und wenn ja: lässt sich das nicht beheben? Oder sehen die Einwohner auch alles nur in Grautönen – und wenn ja, wieso haben sich dann Dinge nicht anders entwickelt?

Ein bisschen enttäuscht bin ich, dass der Vorspann dann bunt ist.

Mich reizen die Special-Folgen von SNW immer weniger. Ich habe vier Wochen gebraucht um S04 F04 überhaupt anzuklicken. Science Fiction kann ein Vehicle sein, um etwas zu machen … aber ich klicke eine Star Trek Serie an, um Star Trek zu sehen. Wenn sich wenigstens mit Star Trek-Fragen beschäftigt werden würde. Aber am Ende sind die Folgen halt vor allem eins: Style over Concept.

Und damit wir uns nicht missverstehen: ich liebe die Charaktere und die Serie per se sehr.

Die Referenz auf das "Trojanische Pferd" gibt es doch auch nur, weil es popkulturell gerade passte?

Das Klingonen-Dilemma kann SNW erneut nicht lösen. Im Gegenteil: Damit es noch schlimmer wird, hat sich der Writers Room dazu entschieden ausgerechnet Kor als Besatzer-Gegenspieler in Position zu bringen. Den sieht man – von SNW aus gesehen – wenige Jahre später nicht mit Klingonen-Gesicht, sondern "menschlich" (wie die Klingonen in den 60ern eben waren) und später in DS9 wieder klingonisch. Man könnte nun natürlich die ganze Augment-Geschichte in seine Biografie einbauen, passt. Dummerweise hat der SNW-Kor aber keinerlei Ähnlichkeit mit dem DS9-Kor. Und ehrlich gesagt hilft es der Geschichte nicht im Geringsten, dass das hier Kor ist – es ist also wieder einmal (und so typisch für das Kurtzman-Trek) nur ein Gimmick. Davon baut man immer wieder welche ein – und ich verstehe nicht, wieso: Für Neu-Trekkies haben sie keinerlei Bedeutung und für Alt-Trekkies erzeugen sie immer wieder Reibungspunkte, weil sie Fragen aufwerfen oder einfach zeigen, wie sehr der Writers Room die Alt-Trekkies missversteht.

Die Episode hat zudem die Streaming-Krankheit: hier bleibt nichts subtil. Armbinden ala SS, in Dialogen werden offensichtliche Sachen erklärt (wieso muss ein Widerständler in einer normalen Konversation erzählen, das Una ihr Leiter ist?), …

Wieso nutzt der Widerstand eigentlich für Aufzeichnungen die Sprache der Besatzer?

Und was ist eigentlich mit der 1. Direktive? Das Team diskutiert erst nach zwei Dritteln der Episode kurz darüber, ob es überhaupt angebracht ist, sich in die ganze Geschichte, in die sie hier stolpern, einzumischen.

Uhura wird wegen eines fehlenden Ausweises gefangen genommen und denkt sich einen Namen aus. Jemand anderes fälscht einen Ausweis für sie, mit dem sie freikommt. Und danach fragt M'Benga, welchen Namen sie sich ausgesucht hat … was weist denn der Ausweis aus, wenn da nicht einmal der Name steht?

Meine Aufmerksamkeit driftete während der Folge diverse male ab … Am Ende brauchte ich zwei Stunden um 45 Minuten Star Trek zu schauen. Hmm.

Die B-Story auf der Enterprise wäre schlichtweg nicht nötig gewesen. Wieso Chapel jetzt plötzlich Hackerin ist und auf irgendeiner Geheimmission Sachen vertuscht ist nicht nur banal, er ist zudem erneut dieser New-Trek-Ton von Verschwörungen und Dingen, die die Föderation nicht wissen darf. Jeder vertuscht irgendwelche Dinge, die jemand anderes nicht wissen darf. Das ist ein Trope in Discovery und SNW, das nur noch nervt. In DS9 war sowas noch das zentrale Element einer Episode, in SNW ist es ein Dialog von nicht einmal einer Minute.

Ich hab erstmals darüber nachgedacht, dass ein Transporter auf der Krankenstation voll sinnvoll und praktisch ist.