James Gunn’s Superman leidet unter dem gleichen Problem, wie schon Guardians of the Galaxy Vol. 2 und Vol. 3: Er ist zu vollgestopft mit allem. Zu viel CGI, zu vielen Figuren, zu vielem Wollen.
Gunn hat hier schlichtweg GotG Vol. 4 geschaffen - nur eben mit Figuren aus dem DC-Universum. Er wirft dermaßen viel auf den Zuschauer und hofft, irgendwas bleibt kleben – symbolisch ist dabei die Szene, in der Lois und Clark ein ernsthaftes Gespräch führen und im Hintergrund irgendein Augen-Tentakel-Ding Regenbögen kotzt; Junge lass doch einfach deine beiden Stars mal allein wirken.
Auch der riesige Cast – was soll diese "Justice Gang" bitte sein? Wozu ist die da?
Während David Corenswet einen wunderbaren Superman abgibt, und Rachel Brosnahan eine gute Lois, nervt mich Nicholas Hoult as Lex Luther bereits ab der 2. Szene. Da war mir Jesse Eisenberg lieber … Zudem verstehe ich die Motivation von Luther nicht in einem einzigen Moment – er ist Rassist; das reicht?
Die schockierendste Szene ist, die, in der Luthor tatsächlich Malik Ali erschießt; aber die wirkte ebenso missplatziert wie dieser "Leichenregen" in GotG Vol. 2.
Wieso ist Green Lantern eigentlich so ein unerträglicher Idiot? Ich mag Nathan Fillion ja, aber ich verstehe die Rolle nicht. Und ich gehe mit Lois Lane d'Accord: Dieser Haarschnitt gehört verboten. Auch Clarks Eltern sind Klischees – dumm wie Bohnenstroh; nicht mal den Namen seiner Freundin können sie sich merken? Und dann schlaue Gedanken werfen? Oh, come on …
Wenn mal gerade kein CGI vorhanden ist, dann spielt er Invasion in einer Sandgrube – und beendet die dann wieder mit CGI.
Das Signal der Hoffnung, das Superman verkörpert und die Liebe, die er verkörpert (allein, wie er das Eichhörnchen rettet) ist ein tolles und gutes Signal in diesen Zeiten. Das macht der Film richtig gut. Der Monolog von Superman 20 Minuten vor Filmende ist richtig gut.
Aber mir war das alles ein bisschen zu "drüber" und gleichzeitig zu belanglos. Diese unsägliche Krankheit moderner Superhelden- und SciFi-Filme, dass es immer direkt um die Welt geht (Dimensionsriss quer durch die Stadt?) nervt nur noch – wir wissen alle, dass das nur ein billiger Trick ist, es ist einfach nicht mehr glaubwürdig. Das soll alles so oberwichtig und absolut wirken, aber mir könnte die Tausendste CGI-Schlacht und der dritte CGI-Hund nicht egaler sein. Ich habe den Film dermaßen oft pausiert und nebenher im Web gesurft – gar kein gutes Zeichen …